Gesetzliche Obergrenze. In Österreich gilt für 330.000 Wohnungen das Richtwertsystem.

 
 

Gesetzliche Obergrenze. In Österreich gilt für 330.000 Wohnungen das Richtwertsystem.

 
 

So setzen Sie Ihr Recht auf leistbares Wohnen durch.

Der junge Familienvater Jürgen L. wohnt im 14. Wiener Gemeindebezirk. Für die 95 Quadratmeter große Wohnung überweist er seinem Vermieter monatlich einen Zins von 635 Euro. Das ist ein guter Teil seines monatlichen Einkommens, erzählt der Techniker, während sein Sohn krabbelnd das Wohnzimmer erforscht.

Trotzdem ist Jürgen L. mit der Wohnung zufrieden. Denn inzwischen weiß er, dass die Miete um 286 Euro pro Monat zu hoch ist und er den Differenzbetrag mit vier Prozent verzinst zurückerhalten wird.

Der gesetzliche Richtwert.

Die Wohnung von Jürgen L. fällt nämlich unter das gesetzliche Richtwertsystem. Das ist eine gesetzliche Regelung, die im Mietrechts-Gesetz verankert ist. „In ganz Österreich fallen rund 330.000 Wohnungen unter dieses Richtwertsystem“, erklärt der Mietrechtsexperte Walter Rosifka von der Arbeiterkammer Wien.

„In diese Regelung fallen sämtliche Objekte, die vor 1945 errichtet wurden und kleiner als 130 Quadratmeter sind“, so Rosifka.

In jedem Bundesland gibt es einen gesetzlichen Richtwert. In Wien beträgt dieser 5,39 Euro Miete pro Quadratmeter und Monat, exklusive Betriebskosten und Steuer. Je nach Lage, also Stadtteil oder Bezirk gibt es Zuschläge in unterschiedlicher Höhe.

 

Auszug aus dem Artikel vom 7. Februar 2015